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[LPA] (de/en) Gipfelsolirundbrief 4.12.2002 (fwd)

## Nachricht vom 04.12.02 weitergeleitet von LPA Berlin [lpa@free.de] ## Ersteller: gipfelsoli@gmx.de

gipfelinfo 2.12.2002 öffentlicher rundbrief der infogruppe [berlin]

- REPRESSION GOES ON: AGAIN ARRESTS IN ITALY ABOUT GENOA 2001 - THE BIG WAVE - REPRESSION IN ITALIEN - ZUR ERMITTLUNGSAKTE IN SACHEN CARLO GIULIANI - KEINE ANKLAGE IN GENUA - KRITIK AM BEITRAG "ALLE GEMEINSAM ODER FREIHEIT FÜR ALLE"

REPRESSION GOES ON: AGAIN ARRESTS IN ITALY ABOUT GENOA 2001

Seit vier Uhr heute morgen Vollstreckt die italienische politische Polizei Digos 23 neue Haftbefehle in ganz Italien

In Genova, La Spezia, Parma, Milano, Pavia, Lecco,Bergamo, Brescia, Padova, Rovigo, Firenze, Roma, Napoli, Avellino, Reggio Calabria, Palermo, Ragusa, Messina und Catania sind 23 Personen von Haftma?nahmen wegen Verwüstung, Plünderung, Brandstiftung, Fabrikation, Mitführen und Verwahren von Sprengstoff, Mitführen und Verwahren von atypischen Waffen, Widerstand und Gewalt gegen Staatsbeamte betroffen. Straftaten wegen Vereinigung wie es in Cosenza der Fall war, wurden nicht vorgeworfen.

Neun Personen sind in Gefängnishaft, vier im Hausarrest, sechs haben Residenzpflicht, vier Meldepflicht... Zwei Betroffene wurden nicht ausfindig gemacht. Die Maßnahmen wurden von den Staatsanwa"lten Anna Canepa und Andrea Canciani in Genua angeordnet. Es wurden außerdem noch 45 Hausdurchsuchungen durchgefu"hrt. Unter den Leuten im Hausarrest befindet sich auch Massimo Monai, der Mann, der auf der Piazza Alimonda mit dem Brett beim Carabinieri-Jeep aus dem gegen Carlo Giuliani geschossen wurde, fotografiert wurde. Um 11 Uhr sollen die Maßnahmen bei einer Pressekonferenz im Polizeipra"sidium erla"utert werden.

[indymedia.de, von imc italy - 04.12.2002 15:20]

THE BIG WAVE - REPRESSION IN ITALIEN

Die Welle der Repression in Italien geht weiter: Wieder atmen wir die Luft dieses Regimes.

Am Morgen des 4. Dezember leiteten Richter Ermittlungen gegen 23 Personen aus verschiedenen Orten Italiens ein. Zudem fanden 45 Razzias statt. Die Anklagepunkte gegen die festgenommenen Personen sind: Verwüstungen, Plünderungen(Verbrechen die mit 8-15 Jahren Haft bestraft werden normalerweise nicht angefochten werden.), Herstellung und Besitz von Sprengstoff, illegaler Besitz von Waffen und Widerstand und Gewalt gegen Staatsbeamte.

Der Richter, Elena D'Alosi, ordnete Sicherheitsverwahrung für 9 der 23 Personen an gegen die ermittelt wird.(Vier sind unter Hausarrest, Sechs wurden gebeten Zuhause zu bleiben; weitere vier sind im Moment noch auf einer Polizeistation.) All diese Vorkehrungen wurden jetzt getroffen, eineinhalb Jahre nach den betreffenden Vorkommnissen.

All das passiert einen Tag nach der Freilassung der Aktivisten die am 14. November 2002 festgenommen wurden. Die Show geht weiter, in diesen Tagen in denen die Richter den Fall gegen Placanica schliessen wollen - Der Carabinieri der beschuldigt wird Carlo Giuliani erschossen zu haben. Wieder spricht jeder über Genua: Die Anschuldigungen gegen die neuen Festgenommenen hängen zusammen mit den Ereignissen in Genua, während des G8 Gipfels im Jahr 2001 - Ereignisse die mit der Ermordung von Carlo Giuliani geendet haben: Gerechtigkeit ist für alle gleich, Legitimierte Verteidigung ist es nicht.

Übersetzung von http://italy.indymedia.org/ news/ 2002/ 12/ 124858.php Homepage: http://therhymesofrevolution.tk [indymedia.den von faradway - 04.12.2002 15:44]

ZUR ERMITTLUNGSAKTE IN SACHEN CARLO GIULIANI

Seht selbst. Ermittlungen von Unten ergeben ein ganz anderes Bild, als das der Notwehr für den Carabiniere Placanica.

wer hat wirklich geschossen? Der Staatsanwalt Silvio Franz hat die Einstellung des Ermittlungverfahrens zu Lasten des Carabiniere Mario Placanica beantragt, der im Juli 2001 Carl Giuliani den Todesschuss versetzt haben soll. Nach Ansicht des Staatsanwalts feuerte Placanica die Schüsse aus Notwehr ab, von denen einer Carlo Giuliani traf. Des Anwalt Giuliano Pisapia, der die Eltern Carlos vertritt, hat Widerspruch angekündigt, unter Berufung darauf, dass die faktischen und juristischen Voraussetzungen für Notwehr nicht vorliegen. Carlos Vater meint, dass die Wahrheit nur über einen Prozess ans Licht gebracht werden kann. Die Zentralrepräsentanz der Carabinieri CoCeR brachte Zufriedenheit zum Ausdruck, Placanica selbst meint, er fühle sich erleichtert und der damalige Minister des inneren Scajola hat u.a. den bestialischen Spruch gelassen, es "gefalle" ihm, an den Toten Jungen zu erinnern... Die Sachverständigenkommission hat eine Reihe sehr seltsamer Hypothesen aufgestellt, ein Stück Putz soll just zum Zeitpunkt des Abfeuerns in die Luft und nicht auf Carlo mit dem tödlichen Projektil kollidiert sein, was die Flugbahn desselben in Richtung Carlo gelenkt haben soll. Der Tatbestand der Notwehr wird darin gesehen, dass sich Placanica durch den Feuerlöscher bedroht fühlte. Die Sachverständigen, die von Carlos Eltern engagiert wurden, sehen das alles ganz anders. Der soeben seines Amtes enthobene Disobbediente-Priester, der jetzt keiner mehr sein darf, sagte in einem Interview, Placanica sei nur ein Sündenbock, meint damit aber "Strohmann". Schon als Carlo starb, war hartnäckig von einem misteriösen vierten Mann in der Jeep-Besatzung die Rede und von der Tatsache, dass die anschließend vorgeführte Bestzungskonstellation nicht der entsprach, die hätte sein sollen. Es fehlte nämlich der Offizier.

Zwei fleißige und sehr konsequente unabhängige Leute haben die ganze Zeit nicht locker gelassen und eine Art Gegenermittlung angestellt. Diese ist umwerfend, weil sie eine ganze Reihe Indizien zu Tage gefördert hat, die die These, dass Placanica gar nicht der Todesschütze gewesen sein könnte, eindrucksvoll bekräftigen. Das in Kürze wiederzugeben wäre unseriös und auch nicht nachvollziehbar, soviel aber steht fest: es gibt genug Stoff um überhaupt in Frage zu stellen, ob es Placanica war. Hier vorerst nur soviel: Plakanica hatte eine Kopfverletzung. Es gibt Fotos, wo man einen der Carabinieri im Jeep sieht, der sich die Hand zum Kopf geführt hat und im Profil zu sehen ist. Jede Menge Leute sind sich einig, dass es Placanica ist. Je mehr Leute sich das angucken, je mehr sind sich alle einig, das Profil ist gut sichtbar und die Ähnlichkeit mit Placanicav, von dem ein Foto bei der Rettungsstelle kurz nach den Ereignissen existiert unübersehbar.

Die Vergleichsanimation kann Mensch sich hier ansehen, sie ist das zweite Bild von oben. Warten, und es geht los.

http://www.sherwood.it/ portal/ article.php?sid=3865&m ode=&order=0

[Mit der Zeit übersetze ich 'mal den ellenlangen Krempel, oder wenigstens das wichtigste, das wird aber noch etwas dauern, das ist echt Arbeit!]

Zurück zur Sache: Das gleiche Foto zeigt auch die Hand mit der Pistole. Also doch ein anderer? Immerhin reagierten die dem linken Spektrum nahen Tageszeitungen "Il Manifesto" und "l'Unitá" und nahmen die Hypothese der Gegenermittlung auf. Diese endet aber nicht damit. Ungeheuerlich schmutzige Zusammenhänge mit üblen Straftaten italienischer Soldaten im Ausland kamen bei der Untersuchung zu Tage, und noch mehr schlimmes Zeug über manchen hohen Beamten, der in Genua dirigierte.

Die Autoren der Recherchen und Gegenermittlungen von unten, die das alles zu Tage förderten, betonen, die Arbeit sei offen für Ergänzungen und Kritik und nicht abschließend, dennoch zeigt sich bisher jeder, der sie sich zu Gemüte geführt hat, sehr beeindruckt bis voll überzeugt.

Hier in der Folge, die Übersetzung des gestrigen Artikels der Zeitung "il Manifesto" zum Thema und eines offenen Briefes eines italienische Journalisten an den Staatsanwalt, der im vergangenen Frühjahr eine ebenfalls sehr gute Arbeit in Form einer umfassenden und akribischen investigativen Rekonstruktion der Ereignisse auf Sherwood.it veröffentlicht hatte. Zum Artikel des "Manifesto" ist zu sagen, dass er extrem vorsichtig gehalten ist, also nur ganz sachte Elemente aus Untersuchung der unabhängigen Ermittler von unten wiedergibt. Zu Lello Voce, dem Journalisten der Untersuchung auf Sherwood it ist zu sagen, dass einige Zetern, weil er sich in dem Brief zur Justiz als fundamentale Institution der Demokratie bekennt. Darüber scheiden sich die Geister, es steht aber fest, dass in der Tat die größten und massivsten Versuche, die italienische Richterschaft in Misskredit zu bringen, von rechts und von mafiosen Strukturen kommen. Selbst Cosenza wird von einigen im stillen Kämmerchen als doppeltes Manöver gesehen: einerseits natürlich Einschüchterung, andererseit aber auch Versuch, so die Linke im Land dazu zu bringen, eine Justizreform zu befürworten, die angesichts der Machtkonstellationen eine werden würde, die gar nichts gutes für die Unabhängigkeit der richter verheißt.

Voilá les Translations.

Il Manifesto:

Fotos und Protokolle

Sind wir sicher, dass er geschossen hat?

Placanica könnte der Carabiniere sein, der rücklings im Jeep ist, während ein anderer die Waffe gegen die Demonstranten hält.

A.MAN: War es wirklich Placanica, der geschossen hat? Nicht einmal hierüber gibt es Klarheit. Abgesehen von den Aussagen des jungen Carabiniere aus Kalabrien, der seit der Nacht vom 20. Juli 2001 erklärt, er habe den tödlichen Schuss abgefeuert, gibt es lediglich einen zurückhaltenden Sachverständigenbericht über die Fotos von Piazza Alimonda. Nicht einmal die Sachverständigen des Staatsanwaltes Silvio Franz, die nicht zögerten, die Hypothese des vom Stein umgeleiteten Schusses für sicher zu geben, haben sich je wirklich entschieden dazu geäußert. Für sie ist Placanica mit dem Carabiniere der geschossen hat "assozierbar", "am meisten passend", "kompatibel". Also ist es möglich, dass er geschossen haben könnte. Mehr sagen sie nicht, und das ist nicht genug. Über Piazza Alimonda hat man allerlei geschrieben. Ein erster Sachverständiger hatte gesagt, dass die Tatwaffe nicht die Placanicas war (aber dann waren zwei weitere Gutachten gegenteligausgefallen), vorher noch hatte der französische Fotograf Charles Rousseau den Schützen in dem Trüppchen Carabinieri, die zu Fuß waren ausgemacht und nicht im Jeep, dann war die Geschichte mit dem misteriösen "vierten Mann" im Defender aufgetaucht, die ein Zeuge erzählt hatte, den der Staatsanwalt nie angehört hat.

Die Hypothese die jetzt aber aufgestellt wird ist anders und völlig kompatibel, mit dem Wenigen, was nach siebzehn Monaten Ermittlungen gesichert ist. Mindestens zwei Elemente geben zu denken, dass Plakanica nicht der Carabiniere gewesen sei, der in dem von Demonstranten angegriffenen Wagen die waffe hielt, sondern der, der mit dem Rücken zum Platz und zu Carlo Giuliani war, als die Pistole schon am hinteren Teil des Jeeps in Erscheinung getreten war.

Das Bild, das zählt, ist das des Fotografen Devin Ash. Im Defender, der in Piazza Alimonda blockiert war, sieht man einen Carabiniere, der sich die Hand zum Gesicht oder zum Kopf führt, und das Blut aufhalten will, das von seiner linken Gesichtshälfte tropft. Unterhalb von ihm und durch ihn geschützt, ist ein anderer Soldat. [1] Und es kann nur dieser Zweite sein, der schiesst: nur seine Hand kann nämlich die Pistole fassen, die schon die Demonstranten bedroht. Nun, nach einer minutiösen Gegenüberstellung des Wenigen, was von dem Carabiniere mit dem Rücken zum Platz und Placanicas Gesicht, das kurz nach der Tragödie heimlich am Eingang des Galliera-Krankenhauses fotografiert wurde, ist die Ähnlichkeit beeindruckend. So endet die Rekonstruktion die im Netz über Italy.Indymedia.org und Sherwood.it. die die anonymen "Arto und Franti" firmieren und eine ganz simple Software wie Photoshop benutzten. Und es gibt noch mehr. Auch die Verletzung scheint die gleiche zu sein: der Carabiniere, der den Rücken zur Piazza Alimonda hat, ist auf der linken Seite am Kopf verletzt, wie Placanica bei der Rettungsstelle. Die Verletzungen korrespondieren hingegen nicht bei Dario Raffone, der zweite Soldat, der erklärt hat, er habe sich im hinteren Teil des Jeeps befunden.

Die Sachverständigen des Staatsanwaltes Silvio Franz hingegen, meinen, es handle sich genau um Raffone, der vom Körperbau Ähnlichkeit mit placanica aufweist, aber eine weniger Breite Stirn als der Kollege hat. "Im Innnneren des Defender" liest man in den Schlussbemerkungen, "sieht man das Gesicht einer Person. Es wurden Abbildungen Placanicas und Raffones angeführt, um die physiognomische und anthropometrische Kompatibilität zu prüfen. Es muss präzisiert werden, dass die Zone, die verwertbar ist, der Stirnteil ist, der eine größere passgenauigkeit zum zweiten Subjekt aufweist; der erste hat nämlich eine ziemlich breite Stirn, während die Raffones weniger breit ist."

Eine komplizierte metrische Analyse hat die Sachverständigen zu einem rein spekulativen Schluss veranlasst, nach dem die aus dem Bild Raffones gewonnenen Koeffizienten dem misteriösen Carabiniere mit dem Rücken zum Platz eher näher kommen, als die Placanicas. Es ist aber alles, außer eine Gewissheit. Es wird auch nicht auf der folgenden Seite Gewissheit, wo die Sachverständigen nach dem Vergleich der Hände Placanicas mit denen an der Waffe hinzufügen:" Man kann beobachten, wie das Aussehen der Konformation der Finger und der Handfläche mit der Hand Placanicas assoziizerbar sind. Die rechte Hand, die die Pistole hält, und die linke, in fast geschlossener Haltung, sind in hohem Maße auf Placanica rückführbar." Nirgends aber ist der Vergleich zu finden, den "Arto und Franti" zwischen dem Carabiniere mit dem Rücken zum Platz und Placanica vor dem Galliera-Krankenhaus angestellt haben.

Das andere, vielleicht noch relevantere Element, wurde von Placanica und Raffone selbst geliefert, während der ersen Verhöre nach dem Mord. Am Abend des 20.Juli um 23 Uhr erklärte der Carabiniere Ausiliario Placanica gegenüber den Staatsanwölten Anna Canepa, Francesco Pinto und Andrea Canciani: "(...) Ich habe angefangen zu schreien, und sagte dem Fahrer, dass wir uns davon machen sollen, und brüllte, dass sie drauf und dran waren, uns zu töten; wir waren von den Demonstranten umzingelt, ich habe vernommen, dass es Hunderte waren; in dem Augenblick habe ich die Schwierigkeiten meines Kollegen bemerkt, und habe gedacht, dass ich ihn schützen sollte; ich habe ihn an den Schultern umarmt, und versucht, ihn auf den Grund des Jeeps ducken zu lassen; ich trat um mich, weil die Demonstranten mich an einem Bein zerrten (...)" Am folgenden Tag, dem 21.Juli um 12,30 Uhr, war Raffone dran, der von dem Staatsanwalt Pinto zusammen mit dem Kollegen Silvio Franz angehört wurde, der die ermittlungen führt. Hier der Protokollauszug: (im Ganzen einundhalb Seiten) seines einzigen Verhörs: " Ich versuchte, mein Gesicht zu bedecken, während der Carabiniere der vor mir war seinerseits versuchte, sich über mir zu kauern, um uns zu schützen. Da sah ich nichts mehr, aber hörte die Schreie und die Geräusche der Gegenstände, die in den Wageninnenraum ankamen" Also schien alles klar zu sein, oder wenigstens scien klar zu sein, dass Placanica der war, der über Raffone, und der unten war. Sicher, es ist immer möglich, dass sich die beiden geirrt haben, in dem sie sich gegenseitug die Position des anderen zugeschrieben haben. Nicht von ungefähr hat Placanica, den Repubblica gütig am vergangenen 23. August interviewte, versucht, dem zu begegnen, in dem er sich verewigen ließ, wie er die Geste aus einer halb liegenden Position macht, der Psition also, die er Raffone zugeschrieben hatte.

Für das Carabinieri-Heer haben Raffone und Placanica den gleichen Wert, kaum mehr als null. Sie sind beide Ausiliari, also junge Wehrplichtige, niedere Kräfte des Bataillons Sicilia. Wenn also Placanica dazu gebracht wurde, sich selbst eines Mordes zu beschuldigen, ist es bestimmt nict um Raffone zu decken, sondern höchstens, um jemanden vor dem Ärger zu schützen, der sich nicht leisten konnte, sich auf Notwehr zu berufen. Mindestens ein Unteroffizier, wenn nicht ein kleines bißchen mehr.

Offener Brief von Lello Voce an den Staatsanwalt.

Sehr geehrter Dr. Franz, obwohl verchiedene Bilder beweisen, dass Carlo Giuliani der letzte gewesen ist, der in die Nähe diesen Defenders ankam, am 20 Juli 2001, obwohl andere gestochen scharfe Bilder jenseits jeden vernünftigen Zweifels beweisen, dass diese Pistole schon lange Zeit auf Menschenhöhe gerichtet war, bevor Carlo den Feuerlöscher aufhob und dass also, mit großer Wahrscheinlichkeit Carlo ihn nur aufhob, um sich selbst und die anderen vor einer unmittelbar drohenden Gefahr zu schützen, obwohl, wie offensichtlich ist, die Entfernung Carlos vom Defender zum Zeitpunkt des Schusses mit Sicherheit über drei Meter war, obwohl man in einem Film der technischen Einheit der Polizei klar sieht, dass Carlo noch bevor er die Möglichkeit gehabt hätte, den Feuerlöscher zu werfen, getroffen wird, der alleine durch das Trägheitsgestz an der Seite des Jeeps kullert, obwohl Filme und Fotografien mit beeindruckender Klarheit beweisen, dass Carlo noch am Leben war, als der von Cavataio gesteuerte Jeep ihn zwei mal überrollte, obwohl eine Reihe Journalistischer und gegenöffentlicher Enquétes haben Zweifel aufkommen lassen, dass lediglich drei Personen an Bord des Defenders waren, obwohl der, der geschossen hat, unter Missachtung jeder Regel der öffentlichen Ordnung nicht in die Luft geschossen hat und hingegen sofort vor sich her gezielt hat, auf Menschenhöhe, obwohl jede magnetische Spur von der MRT, die beweist, dass ein Vehikel, das mehrere Tonnen schwer ist, über den Körper eines schmächtigen, 1,65 Meter großen Jungen fahren kann, ohne ihm jeden Schaden zuzufügen, obwohl eine Reihe Erhebungen beweisen, dass dieser Jeep in Wirklichkeit nie gegen den Müllcontainer prallte, und dass dieser Container wie auch immer, mitten auf der Straße positioniert war, wo ich sage nicht ein Defender, aber ein Panda ihn leicht hätte wegschieben können, obwohl dieser Feuerlöscher leer war und obwohl dies den Soldaten wahrscheinlich bekannt war, von denen einer, wahrscheinlich der, der schoss, ihn gerade mit Tritten herausgeworfen hatte, obwohl beim Stand der Dinge - immer auf der Grundlage diverser Fotografien und Filmaufnahmen - fundierte Zweifel bestehen, dass genau der Carabiniere Mario Placanica geschossen habe und nicht jemand anders, der im Jeep anwesend war, obwohl Placanica bis heute mindestens fünf mal seine Version der ereignisse geändert hat, so dass sein Verteidiger zurücktrat, obwohl eine Reihe Enquétes der Gegenöffentlichkeit bewiesen haben, dass die Carabinieri in der Piazza Alimonda von Offizieren befehligt wurden, die in den Akten des Mißbrauchs in Somalia verwickelt waren, die dort von italienischen Soldaten begangen wurden und die jemand mit dem Mord an Ilaria Alpi in Verbindung gebracht hat, obwohl kürzlich auf der Seite von Radio Sherwood eine Bilderreihe erschienen ist, die uns veranlassen, die Hypothese aufzustellen, dass die ersten, die vor der Reaktion der Demonstranten in der Via Caffa sich in die Flucht schlugen genau die Unteroffiziere der Carabinieri und der mit dem Kommando beauftragte Funktionär Öffentlichen Sicherheit [2] waren, ein mit anderen Details schon längere Zeit bekannter Umstand, der Sie wahrscheinlich hätte veranlassen können, das Verhalten der auf der Piazza Alimonda aktiven Befehlskette zu untersuchen, obwohl mit großer Wahrscheinlichkeit auch nach seinem Tod über Carlos Körper Grausamkeiten begangen wurden, obwohl - ganz egal was der Dr. Bassino hierzu denken mag - in unserem physikalischen Universum das Licht schnellaer als der Schall ist und es also unmöglich ist, dass diesr Putzbrocken das Projektil getroffen hat, das dann Carlo erreichte, trotz alledem, Dr. Franz, haben sie beschlossen, die Einstellung des Verfahrens für Placanica zu beantragen, weil dieser aus Notwehr gehandelt habe. Und wahrscheinlich auch für Cavataio, auch wenn ich mir überhaupt nicht vorstellen kannnn, aus welchem Grund, da es sich sicher nicht um Notwehr handelt, weil Carlo am Boden war, als der Defender ihn überrollte und sicher auch Cavataio zum Tod eines Mannes beigetragen hat, aus dessen Gesicht noch einige Minuten nach den ereignissen ein Springbrunnen Blut herausspritzte und dessen Herz klopfte, wenn auch nur sehr schwach, zur Zeit der ersten Rettungsbemühungen. Gut, verehrter Dr. Franz, ich möchte Ihnen sagen, dass trotz ihrer Entscheidung wir alle weiterhin Vertrauen in die Italienische Justiz haben, und mit Gelassenheit warten, das der Untersuchungsrichter entscheiden möge, ob Italien eine so reife Demokratische Republik ist, dass auch ihre Bürger in Uniform einem Prozess unterzogen werden können, falls es den fundierten Zweifel gäbe, dass sie während einer politischen Demonstration eine Straftat begangen haben könnten.

Ich will ihnen aber etwas anderes sagen, und zwar, dass auch wenn die Entscheidung des Untersuchungsrichters uns zuwider laufen wird, wir , die wir seit diesem 20. Juli 2001 kämpfen, damit Carlo Wahrheit und Gerechtigkeit widerfahren mögen, nicht anhalten werden. Wir werden, alle, witer nach der Wahrheit suchen und seien Sie außer Tweifel, dass wir sie finden werden, welche immer sie sein möge und wo immer sie sich verberge. Und wir werden sie öffentlich machen, auch wenn sie unbequem sein wird, für uns, oder für die, die in jenen Julitagen beschlossen haben, jede demokratische legalität aufzuheben. Wir werden sie öffentlich machen, damit es am Ende die Menschen seien, die urteilen mögen und glauben sie mir, es wird sich um ein Urteil handeln, das in der Zeit andauern wird. Italien, Dr. Franz, ist daran gewöhnt, sie hat es schon wegen der Blutbäder und Dutzender politischer Delikte von Pinelli bis Giorgiana Masi, von Franco Serantini bis Ilaria Alpi tun müssen. Ihre Schlussflgerungen, verzeihen sie, können teilbar sein oder nicht, aber sicher haben sie nicht den Siegel der Originalität.

[1] Die Carabinieri sind die Vierte Kolonne der italienischen Streitkräfte [2] Polizia

[indymedia.de, von r.f. - 04.12.2002 04:49]

KEINE ANKLAGE IN GENUA

Staatsanwaltschaft: Polizist, der beim G-8-Gipfel einen Demonstranten erschoss, handelte in Notwehr GENUA dpa Gegen den italienischen Polizisten, der vor knapp anderthalb Jahren während des G-8-Gipfels in Genua einen Demonstranten erschoss, wird keine Anklage erhoben. Dies gab die Staatsanwaltschaft gestern bekannt. Die Entscheidung über eine Einstellung des Verfahrens gegen den Todesschützen muss nun der zuständige Untersuchungsrichter fällen. Laut Staatsanwaltschaft hatte der Polizist mit den Schüssen gegen den Globalisierungskritiker Carlo Giuliani in Notwehr gehandelt. Daher könne das Verfahren eingestellt werden. Giuliani wollte das Polizeiauto, in dem sich der Polizist befand, mit einem Feuerlöscher attackieren, als die Schüsse fielen. Der Polizist hat wiederholt beteuert, in Todesangst abgedrückt zu haben.

[taz Nr. 6920 vom 3.12.2002, Seite 2, 27 Zeilen (Agentur)]

KRITIK AM BEITRAG "ALLE GEMEINSAM ODER FREIHEIT FÜR ALLE"

Dieser Beitrag wurde als Flugblatt auf der Italien- Solidaritätsdemonstration in Berlin am vergangenen Mittwoch verteilt und auch über den Infoverteiler verteilt und soll hier aus einer nichsekterischen kommunistischen Perspektive kritisiert werden .

Einerseits ist es sehr lobenswert, dass in dem Text darauf eingegangen wird, dass es in Italien neben den gefangenen No Globals auch andere revolutionären Gefangene erwähnt werden und die Solidarität mit ihnen eingefordert wird. Allerdings geschieht das in solch einem besserwisserischen Stil, dass die begrüßenswerte Intention der VerfasserInnen darunter leidet. Statt gerade die Tatsache, dass die Repression in Italien nun flächendeckender auch gegen nichtrevolutionäre Teile der Bewegung angewandt wird, zu nutzten, um sich gegen jede Spaltung in gute und böse Gefangene zu wenden, wird in diesem Text die Spaltung umgekehrt selber nachvollzogen. Die Klischees der ReformistInnen gegen den sog. Schwarzen Block etc. werden spiegelbildlich übernommen, wenn den Hunderttausend, die in Florenz während und nach dem Sozialforums auf der Strasse waren, als VerteidigerInnen eins menschlichen Kapitalismus zu qualifizieren. Mit der Realität hat das allerdings nichts zu tun. Vielmehr war Florenz ein Markt der Möglichkeiten, wo sehr wohl antikapitalistische und vor allem antimilitaristische Inhalte zu sehen waren. Besonders auf der Abschlussdemonstration war das zu beobachten. Dort überwogen die systemantagonistischen Parolen. Gerade die kämpfenden ArbeiterInnen von Fiat und anderen Fabriken waren vertreten und haben auch nach Florenz ihre Kämpfe mit den No Globals koordiniert. So gehörten GewerkschafterInnen auch zu den ersten, die sich solidarisch mit den Repressionsopfern zeigten. In diesen Kämpfen werden Lernprozesse über die Verfasstheit der kapitalistisch-patriarchalen Gesellschaft gemacht. KommunistInnen - und die VerfasserInnen des Textes beanspruchen solche zu sein - unterstützen diese Lernprozesse, in dem sie eben einen Schritt weiter gehen als die Massen. Aber sie stellen sich nicht darüber und belehren. Daher atmet der ganze Text einen blutleeren Seminarbolschewismus aus, der vom Schreibtisch aus, Zensuren der Radikalität verteilt. Das ist eine Haltung des Sektiererismus, die in der Geschichte der kommunistischen und revolutionären Bewegung immer wieder zu beobachten war. Als KommunistInnen unterstützen wir für die antikapitalistische und antimilitaristische Zuspitzung der breiten Bewegung der Massen, wie sie in Italien im Kampf gegen die Repression der No Globals und im Kampf gegen die Schließung der Fiat-Werke zum Ausdruck kommt. Unsere Solidarität gehört Bewegungen wie den SIN COBAS, die in ihrer Theorie und Praxis diesen Zusammenhang schon längst erkannt haben.

Für einen nichtsektiererischen Kommunismus! Für eine revolutionäre Zuspitzung der Massenkämpfe in Italien! Von den Sin Cobas lernen heißt siegen lernen! Alle gemeinsam für Freiheit für alle!

[Kommentar auf www.indymedia.de/2001/11/35667.shtml]

INFOGRUPPE BERLIN

Die Berliner Gipfelsoli-Infogruppe ist hervorgegangen aus der Infogruppe der Genuagefangenen. Wir sind unter gipfelsoli@gmx.de zu erreichen. Wir haben einen Email-Verteiler angelegt, über den aktuelle Nachrichten zu Prozessen in Göteborg und Genua (und andere Aktivitäten wie z.B. die Mobilisierung zu EU-, G 8- oder Nato-Gipfeln oder internationalen Camps) verschickt werden. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge garantieren. Wenn ihr in den Verteiler aufgenommen (oder gelöscht) werden wollt, schickt einfach eine Mail.

05.12.2002

LPA

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